Am Vorabend der Verhandlungen im »Normandie-Format« droht dem Gastgeber das Chaos

Wie so oft, kommt es Anfang Dezember 2019 in Frankreich zu größeren Protesten gegen die Sozialpolitik und die Rentenreform der französischen Regierung. Es würde niemanden wundern, wenn die gesellschaftlichen Widerstände schnell eskalieren. Der militär-politische Analytiker Alexander Kovalenko schreibt in seinem Artikel auf sprotyv.info, dass die Demonstranten sich auffallend schnell radikalisiert haben.

Wenn man die Brisanz der heutigen Situation verstehen wollte, muss man sich zunächst einmal mit der langjährigen französchen Protest-Tradition beschäftigen. Die Bevölkerung demonstriert schon immer auf die Straße, um ihre Unzufriedenheit mit dem Handeln der Regierung zum Ausdruck zu bringen. Dieser Umstand wird heute von einem »dritten« Beteiligten für seine Zwecke ausgenutzt.

Es ist schwer, keinen Zusammenhang mit den Protesten der sogenannten »Gelbwesten« zu sehen. Die Demonstrationen richten sich gegen die bevorstehende Erhöhung der Benzinpreise. Die Demonstranten haben sich ebenfalls damals schnell radikalisiert. Hier lohnt es sich, genauer hinzusehen, wer hinter dieser Radikalisierung steht.

Offensichtlich stand hinter dieser Eskalation die Partei »Rassemblement National«, deren Vorsitzende Marine Le Pen. Ist. In seinem Artikel schreibt Alexander Kovalenko, dass sie von Russland finanziert wird. Das Vorgehen erinnert an die Methoden der Sympathisanten der »Russischen Welt«, sowie beider sogenannter Republiken im Osten der Ukraine.

Nehmen wir zum Beispiel Fabrice Sorlin, Vorsitzender der rechtsextremen Organisation »Dies Irae« (»Judgment Day«), der Marine Le Pen ebenfalls angehören soll. Es ist ebenso Leiter Analysezentrums »Katheon«. Ein uns bestens bekannter Verfechter der »Russischen Welt« Alexander Dugin sitzt im Aufsichtsrat dieses Think Tanks, der wiederum vom GRU finanziert wird.
Oder Xavier Moreau, der während der illegalen Wahlen in den besetzten Gebieten im Osten der Ukraine die Rolle eines Wahlbeobachters spielte. Es ist ebenso Autor der Propaganda-Zeitschrift »Ukraine. Warum Frankreich sich täuscht«. Diese Zeitung trat während der »Gelbwesten«-Proteste wiederum als Medienbeobachter auf.

Eine Fotografie zeit beide, Fabrice Sorlin und Xavier Moreau, wie sie während einer Demonstration der »Gelbwesten« eine Fahne der »DNR« in die Kamera halten.

Wenn man sich die Teilnehmer der Demonstrationen etwas genauer anschaut, macht man erstaunliche Entdeckungen. Manche Personen haben offensichtlich auf der Seite der sogenannten Republiken im Osten der Ukraine gegen die Ukrainische Armee gekämpft. Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass Sergei Munier, ein Aktivist des französischen »Antimaidan« und »Neurussland«, als Mitglied des Battalions «Vostok« gegen die Armee kämpfte und als Kämpfer der Brigade »Pyatnashka« an der Erstürmung der Ortschaft Marienka teilgenommen hat.

Oder Victor Lenta, der Gründer der Organisation »Continental Unity«, die in Frankreich Freiwillige anwirbt und in die Krisenherde dieser Welt schickt, kämpfte selber aufseiten der »DNR« gegen die ukrainischen Streitkräfte.
Oder nehmen wir Christian Legrega, der in den Jahren 2014-2015 die Aufmerksamkeit der russischen Propaganda genossen hat. In dieser Zeit ermordete er eventuell Angehörige der ukrainischen Streitkräfte. Das sind nur einige wenige Beispiele.

Über die Radikalisierung der »Gelbwesten« durch den GRU und durch die direkte Intervention der Russischen Föderation hatte schon der verstorbene Koordinator des »Informationellen Widerstandes« Dmitry Tymchuk berichtet.

Nicht unwichtig für das Verständnis ist der Umstand, dass der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin während seines Besuches Frankreiches im Sommer 2019 sein Blatt auf den Tisch gelegt hatte. Das geschah buchstäblich wenige Sekunden vor dem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Seine Karten sind, übersäht mit Erpressungsversuchen, ein traditionelles Element russischer Außenpolitik.