Das letzte Wort hat das Volk

Das öffentliche und gesellschaftliche Leben auf unserem Planeten wird zur Zeit von dem Corona-Visus bestimmt. Man wird es kaum glauben, aber auch die russischen Expeditions-Streitkräfte in der Ukraine müssen sich dieser Entwicklung stellen. Die weltweite Pandemie hat die Pläne des Generalstabes gründlich durcheinandergebracht.

Die zentrale Aufgabe der russischen Streitkräfte für dieses Jahr war die Schaffung des Landkorridors zur Krim und die Wiederherstellung der Wasserversorgung. Von diesem hohen Zielen mussten die russischen Kuratoren bisher Abstand nehmen. Zur Zeit konzentriert man sich auf die Beobachtung der ukrainischen Stellungen und möglicher Angriffspunkte. Momentan konzentriert man sich auch auf die Festigung der bezogenen Position und die Abwehr möglicher Angriffe durch die ukrainische Armee.
Es ist für alle Beteiligten ein offenes Geheimnis, dass die lokalen Kräfte im Donbass ihre Befehle direkt aus Moskau bekommen. Die beiden Armeekorps gehören beispielsweise zum südlichen Militärbezirk Russlands.

Möglicherweise hofft die Regierung in Moskau aber auch darauf, dass die Ukraine durch die Pandemie so geschwächt ist, dass man Friedensverhandlungen sucht. Das wäre für Russland die ideale Möglichkeit der Ukraine die Bedingungen für diesen Frieden zu diktieren. Man übersieht dabei aber, dass das letzte Wort bei allen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der Ukraine das Volk hat. Eine Erfahrung, die auch der ehemalige ukrainische Präsident Janukowitsch machen musste.

Es ist aber bei weitem nicht so, dass man die Hände verschränkt und abwartet. Die Lieferungen von Militärtechnik, Treibstoff, Munition und sonstiger Ausrüstungen werden weiter fortgesetzt. Man nutzt zur Zeit aber vorwiegend Eisenbahnverbindungen. So kann man den direkten Kontakt zwischen den Beteiligten auf ein Minimum reduzieren. Die ukrainische Aufklärung beobachtet auch die weitere Verteilung der vorhandenen Technik auf die unterschiedlichen Frontabschnitte.

Man darf sich aber nicht der Illusion hingeben, dass die gegenwärtige Situation stabil ist. Wen sich auch nur abzeichnet, dass die Pandemie in den russischen Streitkräften überstanden ist, werden die militärischen Aktivitäten wieder zunehmen. Die ukrainischen Experten gehen davon aus, dass dies Anfang, bis Mitte Juni der Fall sein wird.

Für die erfolgsverwöhnte russische Gesellschaft ist es ein schwerer Schlag, dass alljährliche Parade zum 9. Mai verschoben wurde. So muss man zumindest bis zu diesem wichtigen Ereignis keine besonderen Ergebnisse liefern.

Aber was auch passieren wird, das letzte Wort hat in der Ukraine immer das Volk.