Die Mitteilung von Duni Mijatowitsch ist die schwere Artillerie Putins

Schon alleine die Tatsache, dass der Kommisar für Menschenrechte im Europa-Rat, Dunja Mijatović, eine Erklärung zur Notwendigkeit der Annahme des Sprachengesetzes auf die Zeit nach den Wahlen zu verschiebt, ist nicht nur eine Frage der Pflichterfüllung.

Ihrer Meinung nach wird sich die politische Landschaft nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen nicht wesentlichen verändern. Und das alle Versuche, die ehemalige russische Kolonie in ein unabhängiges Land zu verwandeln, gescheiterte sind und die Ukraine zum Stand von 2013 zurückkehren wird. Auf diese Art und Weise würden die Probleme des Kreml und seiner westlichen Sympathisanten verschwinden, schreibt Vitali Portnikow auf den Seiten von „Espresso TV„.

Frau Mijatović begründet ihre Aussagen damit, dass Diskussionen im Rahmen eines Wahlkampfs mehr polarisiert aus zu ausgewogenen konstruktiven Entscheidungen führen würden. In der Ukraine gibt es jedoch keine öffentliche Auseinandersetzung im Zusammenhang mit dem Sprachen-Gesetz.

Ich gebe auch zu, dass es unter den Abgeordneten der demokratischen Fraktionen Menschen gibt, die sie nicht einfach so nehmen wollen, nur weil sie die Ukraine immer noch als verbesserte Version der Region Kaluga betrachten. Aber genau diese Leute schweigen in der Öffentlichkeit, nur weil ihre Wähler Patrioten sind und etwas anderes denken. Völlig unabhängig davon, wie sie sich am Rande der Rada verhalten.

Nur wenige Abgeordnete aus dem Oppositionsblock versuchen sich darüber zu ärgern, dass die Ukraine ohne Putin und Janukowitsch existiert. Aus diesem Grunde gibt es keine Polarisierung, Konfrontation oder andere Dinge, die Frau Mijatović befürchtet.

Die Beamtin empfiehlt der Ukraine, verschiedene Gesetze „anderer Sprachengemeinschaften“ zu erarbeiten. Dies ist wahrscheinlich der Hintergrund dieser Erklärung. Beachten Sie, dass es dabei nicht um nationale Minderheiten geht, sondern um „Sprachengemeinschaften“. Dies ist er Begriff, den Putin routinemäßig verwendet, der nicht die ethnischen Russen sieht, die in der Ukraine leben, sondern die „russischsprachige Bevölkerung“ in der Ukraine schützen will.

Einfacher ausgedrückt: Putin will das russifizierte Imperium der Ukrainer von der ukrainischen Muttersprache und der Ukraine selber schützen. Und die „Sprachengemeinschaft“, über die Dunja Mijatović spricht, sollte ihre Knochen legen und die Entrussifizierung der Ukraine verhindern. Aber aus irgend einem Grund will es sich nicht hinlegen.

In diesen Aussagen von Frau Mijatović ist nichts Überraschendes. Und selbst als die OSZE-Beauftragte für die Medien-Freiheit tätig war, war sie der Ukraine ständig vor, diese Freiheit zu verletzen. Andererseits versuchte sie den Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, zu vergessen.

Und es versteht sich von selbst, dass ihre Aussagen nicht nur von russischen, sondern auch von ukrainischen Medien als die einzige Wahrheit wiederholt wurden. Wir sind daran gewöhnt, dass wir nicht über das diskutieren, was uns die Onkel und Tanten aus dem Westen – früher aus dem Osten – vorgeben.

Unsere „Wohltäter“ kennen diese Eigenschaft sehr gut und nutzen sie gezielt für ihre Zwecke aus.

Vitali Portnikow, „Espreso TV“