Ein Land der Vierten Welt

Ein Land ist nach einer erneuten Änderung der Verfassung den Tränen nahe. Für die einen ist es ein triumphaler Erfolg, für die anderen eine bittere Niederlage. Aber wir haben die Gewissheit, dass sich so schnell nichts ändern wird.

Den Tränen nahe

Kaum waren die Auszählungen zu Referendum über die jüngste Verfassungsänderung beendet, sprach der Kreml auch schon von einem triumphalen Ergebnis. Mit über 70 % Zustimmung, so offizielle Quellen, konnte man das auch. Für viele normale Russen war es aber auch das Ende aller Hoffnungen auf eine bessere Zukunft.

Der Präsident regiert den Staat mehr oder weniger alleine. Er ernennt und entlässt Gouverneure ähnlich rechtlosen Leibeigenen. Eine Tradition, die man sonst nur in völlig verarmten Ländern der Dritten Welt findet, in denen Gewalt und Chaos an der Tagesordnung ist.

Es ist auch nicht verwunderlich, das sogar ein beachtlicher Teil der russischen Bevölkerung nicht an die Richtigkeit der Abstimmung glauben. Die Stimmung in der Bevölkerung schein zu kippen.

Bei dem Gedanken, dass der heutige Präsident weitere 16 Jahre regieren wird, kommen vielen Menschen die Tränen. Es sind aber keine Freudentränen. Nein es sind Tränen der Schande, der Hilflosigkeit.

Die Realitäten rächen sich

Die Wirtschaft hat sich in den vergangenen 20 Jahren, in denen Wladimir Putin das Land führt, zu dem entwickelt, was sie heute ist. Die Situation ist kritisch oder gar aussichtslos. Die Bilanz scheint ins negative zu kippen.

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Unter Wladimir Putin lebte Russland voll und ganz auf Kosten des totalen Ausverkaufs seiner natürlichen Ressourcen, seiner Bodenschätze. Auch alle Errungenschaften aus sowjetischer Zeit sind veraltet und moralisch verschlissen. Es scheint, als ob die selbsternannte Supermacht und Rechtsnachfolger der UdSSR mit dem Rücken zur Wand steht.

Ein Land der Vierten Welt

In den Augen vieler Beobachter kann man Russland schon gar nicht mehr mit den Ländern der Dritten Welt vergleichen. All diesen Staaten ist gemein, dass sie vom Verkauf ihrer natürlichen Ressourcen und Bodenschätze leben. Ein Großteil der Einnahmen wird durch staatliche Unternehmen erzielt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt unter schlechten Bedingungen. Es geht nur jenen gut, die direkt oder indirekt mit Korruption zu tun haben.

Die Propaganda läuft auf Hochtouren. Man versucht, die Bevölkerung zu überzeugen, dass die westlichen Länder die Hauptschuld an der Lage der breiten Massen tragen.
All das sehen wir auch in Russland. Und die Machthaber im Kreml haben ganz genau verstanden, dass es recht einfach ist, die Bevölkerung mit Propaganda von den eigenen Zielen zu überzeugen.