Krieg im Donbass: Wie die Besatzer den Corona-Virus zu ihrer „Biologischen Waffe“ machen

Ungeachtet der globalen Pandemie werden die Konflikte auf der ganzen Welt fortgesetzt. Der Militärexperte Michael Schirochow beschreibt, dass die Feindseligkeiten nicht nur fortgesetzt werden, sondern dass Tendenzen zur Eskalation erkennbar sind.

Das konnte man aber so erwarten, wenn man sich die Entwicklung der vergangenen Tage anschaut. Die Besatzungstruppen testen während des Austausches ihrer Truppen ununterbrochen unsere Verteidigung. Man sucht Schwachpunkte und Möglichkeiten, die eigene taktische Position zu verbessern. Dazu nutzen die Besatzer aktiv die „entmilitarisierte Zone“ und Siedlungen entlang der gesamten Frontlinie. Gleichzeitig haben sie wieder freie Hand. Unter dem Vorwand, die Ausbreitung des Corona-Virus eindämmen zu wollen, hat man OSZE-Patrouillen nicht mehr in die besetzten Gebiete gelassen. Die russischen Besatzer haben schon immer recht willkürlich entschieden, wann und wo Friedenstruppen agieren dürfen. Die Entscheidung gilt jetzt nur für alle Einsätze.

Vor diesen Hintergrund geht der Krieg in der entmilitarisierten Zone (grauen Zone) weiter. Zum Beispiel beschossen die Besatzer am 23.03.2020 eines unserer Fahrzeuge, beladen mit Lebensmitteln, mit einer Panzerabwehrrakete vom Type „Fagot“. Zwei Soldaten der ukrainischen Armee wurden durch den Treffer der ferngelenkten Panzerabwehrrakete verwundet.
Mit dem Frühling werden die Scharfschützen wieder aktiver. Am 28. Februar wurde zum Beispiel ein Soldat so verwundet. Daher ist es bedeutsam, was im Einsatzgebiet der Herbst-Operationen geschehen ist. Der Pressedienst der ukrainischen Streitkräfte sprach von einem Vorfall „in der Nähe der Ortschaft Khutor Volniy“. Das ist die lokale Benennung. Die offizielle Bezeichnung der Ortschaft ist Solotoe-4. Man muss dabei im Hinterkopf haben, dass genau hier Freiwillige mit dem Präsidenten diskutierten und versuchten den Abzug der Streitkräfte zu verhindern. Es ist aber nicht zu übersehen, dass unter dem Vorwand „Verringerung der Verluste und zivilen Opfer“ politische Probleme gelöst wurden.

Es dabei vorwiegend um die Opfer unter der Zivilbevölkerung. Es war zu erwarten, dass die Opfer unter der Bevölkerung nach dem Abzug der Streitkräfte zunahmen. Aus militärischer Sicht ist das verständlich. Die graue Zone ist stark geschrumpft. Bei der dichten Besiedlung des Donbass war der Beschuss von Siedlungen nur eine Frage der Zeit.

In den Nachrichten der vergangenen Wochen wird viel über zivile Opfer berichtet. Am 27. März beschossen die Besatzer ein Wohngebiet in der Nähe des Industriegebiets Avdeevka mit Handfeuerwaffen. Eine 65-jährige Einwohnerin wurde mit einer Schusswunde im Bein in das örtliche Krankenhaus eingeliefert.

Am folgenden Tag verbreiteten die Medien der besetzen Gebiete „Neuigkeiten“, dass in Staromikhailovka eine „Frau, Jahrgang 1931, wohnhaft Krasnoflotskaya 37“ durch den Beschuss der ukrainischen Armee gestorben ist. Es ist klar, dass unter den Bedingungen des Informationskrieges alle Informationen dieser Seite unter Vorbehalt gesehen werden müssen.

Die Geographie der Ereignisse ist für die vergangenen Wochen völlig normal. Anwohner glauben bei den vernommenen Geräuschen aus Richtung Donezk und Gorlovska, dass die Kämpfe nachts ohne Unterbrechung weitergehen. Auch in Richtung Wolnovachskoe wird man wieder aktiv. Die Berichte vom südlichen Frontabschnitt (Asowsches Meer) wurden weniger. Hin und wieder tauchen in den offiziellen Berichten Meldungen über Vorstöße der Besatzer im Gebiet des „Beobachtungsposten 3“ (Petrovskoe / Viktorovka) auf. Es ist nicht klar, ob die OSZE-Patrouillen diese Gebiete bisher nicht erreicht haben, oder beide Seiten die planmäßige Rotation durchführen.

Vor dem Hintergrund der Schließung aller Kontrollpunkte zu den besetzten Gebieten zur Eindämmung der Corona-Virus Pandemie, setzen die Besatzer wieder mehr auf die Wasserversorgungskarte in der Region Donezk. Pushilin und die Verantwortlichen nutzen dabei die Tatsache aus, dass sich die Filterstation in Donezk an der Kontaktlinie befindet. Man gab bekannt, dass man nicht für die Sicherheit des Personals garantieren würde.

Natürlich wird das Unternehmen „Donbass Wasser“ die Gesundheit seiner Mitarbeit nicht aufs Spiel setzen. Am 26. März 2020 wurde die Wasserversorgung der besetzten Gebiete in der Region Donezk eingestellt. Die besetzten Bezirke von Donezk erhielten nur 30 % der normalen Wassermenge. Bereits am 29. März arbeitet die Wasserversorgung wieder normal. Nachdem die Besatzer alle notwendigen Garantien gegeben haben.

Aber wie es scheint, werden die Provokation weiter gehen. In den russischen Medien tauchen immer wieder mal einschüchternde Artikel auf, in denen behauptete wird, dass ukrainische Betreiber Vodafone nur mit dem guten Willen der „Behörden“ weiter arbeiten darf. Es ist gut möglich, dass wir in den kommenden Tagen eine hysterische Diskussion über die Abspaltung der Mobilfunknetze erleben werden. Natürlich wird die Regierung in Kiew wieder einmal beschuldigt werden. Und trotzdem sind die Telefonnummern des Betreibers an Bankkarten von Rentnern gebunden, die in den besetzten Gebieten leben.

All diese Ereignisse kann man der Ukraine als Probleme bei der Bereitstellung von Haushaltsmitteln unterstellen. In Vorbereitung der zu erwartenden Verschärfung im Donbass wurden der ukrainischen Armee in der vergangene Woche eine relativ große Anzahl neuer Waffen aus einheimischer Produktion übergeben.

Das sind vor allem modernisierte Panzer vom Type T-80 und T-64. Damit verfügt die Armee über mehr als 200 moderne Panzer. Des weiteren erhielt die Armee eine Charge Vilha-Raketen für den Mehrfachraketenwerfer Smetsch. Die ersten vier BTR-4 wurden nach monatelanger Arbeit an die Truppe ausgeliefert. Auch ein Front-Jäger vom Type Mig-29 konnte übergeben werden.

Militärexperte Michael Schirochow