Nordstream und die Sanktionen

Es scheint so, dass ein halbes Jahr vergangenen ist, dass das russische Verlege-Schiff „Akademik Chersky“ in die kalten baltischen Gewässer entsendet wurde, um den Bau von Nordstream 2 zu vollenden. Trotz des Versuches, die Gegner es Baus zu täuschen, gibt es keine neuen Perspektiven für die Fertigstellung des Bauvorhabens. Es ist genau anders herum. Es entstehen immer mehr Stolpersteine unter der Wasseroberfläche, die zum Grabstein des ehrgeizigen Milliardenprojektes des Kreml werden könnten. Der militärpolitischer Beobachter Alexander Kovalenko beleuchtet dieses Thema in seinem Artikel bei sprotyv.info genauer.

Wie wir wissen, hat der amerikanische Botschafter in Deutschland Richard Grenell in der deutschen Ausgabe des Handelsblatts berichtet, dass sich amerikanische Politiker einig sind, dass Republikaner und Demokraten die Ideen weiterer Sanktionen gegen Nordstream unterstützen. Es schein, dass es in der Geschichte der Sanktionen keine Veränderungen gibt. Daher hat Russland auch beschlossen, die Gas-Pipline mit eigenen technischen Ressourcen, dem Verlege-Schiff „Akademik Tscherski“, fertig zu stellen.

Schließlich gibt es für die Russen keine Sanktionen!

Es ist jedoch auch eine Tatsache, dass man in der gegenwärtigen Phase, in der man ein eigenes Schiff zum Verlegen der Rohre in der Ostsee hat, noch nicht beginnen können.

Erstens, weil Dänemark Gazprom nicht die Erlaubnis erteilt hat, die Gas-Leitung mit einem Schiff zu verlegen, dass mit einem dynamischen Positionierungssystem ausgestattet ist, der „Akademik Tscherski“.

Und zweitens, weil das Schiff „Akademik Tscherski“ noch keine Versicherung für die Verlegung der Rohre erhalten hat, wie es die dänische Energie-Agentur vorschreibt.

Nicht ein Versicherungsunternehmen mit Selbstachtung, dass solche Versicherungen anbietet, ist bereit, seine Zukunft für den russischen Rohrverleger aufs Spiel zu setzen. Und die russischen Versicherungsunternehmen in der DEA werden nicht als vertrauenswürdig angesehen.

Im Zusammenhang mit diesen juristischen Problemen, die in sich einen Teufelskreis bilden, werden die neuen Sanktionen gegen „Nordstream 2“ angekündigt. Es ist absehbar, dass sich der Bau der Pipeline nicht lohnen wird. Das Projekt wurde entworfen, als der Gewinn für einen Kubikmeter verkauften Gases bei sagenhaften 300 – 400 Dollar lag.

Je länger sich der Bau verzögert, desto weniger Platz verbleibt auf dem europäischen Markt für russisches Gas. Der Markt wird von Wettbewerbern der Russischen Föderation intensiv erobert.

Und deshalb bezweifle ich in diesem Kontext der genannten und aktuellen Realitäten des Marktes nicht nur die Wirtschaftlichkeit des Projektes, sondern auch seine ursprüngliche Rolle in der russischen Außenpolitik. Das Projekt war ursprünglich ein Element der Energie-Außenpolitik des Kreml zur Erpressung seiner Partner. Es versteht sich von selbst, dass Russland über die technischen Möglichkeiten verfügt, das Projekt zu vollenden. Aber welche Rolle soll diese Röhre dann spielen?

Auf der anderen Seite saugt die Röhre enorme Mittel aus dem russischen Staatshaushalt ab, die anders verwendet werden könnten. Natürlich nicht um das Leben der Russen zu verbessern oder die Wirtschaft oder die unteren Schichten der Bevölkerung zu unterstützen, sondern für revanchistische hybride Projekte gegen andere Länder.

Und so hat diese Röhre auch ihre Vorteile.

Der Artikel des militärpolitischen Beobachters Alexander Kovalenko ist auf sprotyv.info in russischer Sprache erschienen.