Perverse, Verräter, Diebe – eine Auswahl der „Kommandeure der DNR“

Die Kader entscheiden alles – wer die „Freischärler“ des 1. Armeekorps der DNR kommandiert und was sich nach den Umstrukturierungen ändert.

In den besetzten Gebieten herrschen die Gesetze des Überlebens und das Prinzip: „Je schlechter, desto besser“. Je rücksichtsloser und widerlicher der Charakter, desto mehr Chancen haben diese Leute die Karriere-Leiter in den illegalen Strukturen der „DNR“ zu erklimmen. Nach Informationen der Gruppe „Informationeller Widerstand“ gehen viele Rotationen und Umstrukturierungen im 1. Armeekorps der DNR auf Intrigen und Streitigkeiten innerhalb der Führungsstrukturen der illegalen bewaffneten Verbände zurück.

In diesem Zusammenhang schlagen wir vor, dass wir uns einige „Helden“ näher ansehen, die die Einheiten der russischen Besatzungsmacht im Osten der Ukraine befehligen. Frage – was genau hat Sie dazu gebracht, vor allem ideelle Gründe oder eher existenzielle? Wir neigen dazu, dass die Führungsriege des „1. AK der DNR“ ein Produkt des Systems ist, nach dem Grundsatz: „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“. Auf der anderen Seite gehört es auch zum Spiel, das der „Widerstand“ durch den Einsatz der Beteiligten gebildet wurde. Die Perversen, Geldgräber, Diebe sind bereit, ihre ehemaligen Kameraden zu verraten, wenn Sie die Möglichkeit der persönlichen Bereicherung haben. Dürfen wir vorstellen, die Führungspersönlichkeiten der Milizen der „DNR“.

Rufzeichen „Corsa“ – ehemalige Polizistin, Kriegsverbrecher

Der neuerliche Beschuss von Novoluhansk (die „Milizen“ haben Wohngebiete mit BM-21 „GRAD“ beschossen) steht im Zusammenhang mit der Kommandeurin der „DNR“ Olga Katchura (Rufzeichen „Corsa“). Diese Person hat nach zahlreichen Quellen die BM-21 „GRAD“ Einheit befehligt, welche die Wohnhäuser von Zivilisten beschossen hat. In der Vergangenheit bemerkte der Stabschef des Kirower Bezirks der Donezker Polizei häufiger durch „undichte“ Stellen in den Einheiten von Katchura ein gewisses Verlangen nach blutigen Provokationen, besonders am Vorabend kirchlicher Feiertage. Der Beschuss von Novoluhansk, der zu schweren Verletzungen von einigen Personen sowie zur teilweisen Zerstörung der Schule, des Kindergartens und des Krankenhauses führte, fand am Vorabend des 19. Dezember statt, dem Tag des Heiligen Nicholas.

Das ist dieselbe „Corsa“, die mit funkelnden Augen davon schwärmte, wie ihr untergebene Terroristen sich mit der ukrainischen Fahne zeigten und von den besetzten Gebieten aus verschiedene Siedlungen mit BM-21 „GRAD“ beschossen haben.

„Katchura Olga Sergeevna – Oberstleutnant der Polizei in Reserve. Entlassen aus den Organen des Innenministeriums im Februar 2011. Die letzte Position: Stellvertretender Stabschef des Kirower Bezirks der Donezker Polizei. Ehemalige Kollegen charakterisieren sie als seltenes Exemplar. Der Chef der Hauptverwaltung im Innenministerium für die Region Donezk Wjatscheslaw Abroskin (heute ist er erste Stellvertreter des Vorsitzenden der National Polizei der Ukraine) bezeichnete sie als Liebhaber des Alkohols.

Kommen wir zurück auf die Frage der Motivation, die die „Kommandeure“ der Terroristen antreibt. In diesem Fall ist es offensichtlich die reine Überzeugung, ein psychiatrischer Vorfall. Der Hang zum Sadismus, zu blutigen Provokationen, Ektase bei dem Gefühl der scheinbaren Straflosigkeit – das System produziert die „idealen“ Kader.

Sie brauchen Metall (Schrott)

Eine weitere „Kaste“ sind die materiell motivierten „Verteidiger der russischen Welt“. Das Sammeln von Schrott, die Bedienung bei den „Hilfstransporten“ und Kraftstoffe aus Russland, das sind die Geschäftsfelder, in denen die „Kommandeure“ ihre Talente einsetzen können. Natürlich sind die russischen Berater in den besetzten Gebieten darüber nicht sehr erfreut. Die Unzufriedenheit wird zunehmend größer.

Schauen wir die Persönlichkeit eines weiteren „Helden“ Edward Pelishenko (Rufzeichen „Krim“), der abgelöste erste Stellvertreter des 11 selbstständigen motorisierten Regimentes an. Die große Gier und professionelle Unzulänglichkeiten führten im Oktober 2017 zur Entscheidung, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Offensichtlich zeigte die Bestrafung von Pelishenko Wirkung, plötzlich war sein Regiment im Vergleich zu anderen Einheiten des „1. AK DNR“ im Jahre 2017 auf dem 2. Platz. Um Zeit zu gewinnen und eine nicht weniger gewinnbringende Position zu finden, legte sich Pelishenko auf den Boden: Er ging in den „Krankenstand“.

In dieser Zeit verbreiteten sich Gerüchte in den ehemaligen Einheiten von „Krim“, das sie zur Verstärkung der 100 selbstständigen motorisierten Brigade eingesetzt werden sollen. Ein weiterer Grund für die Versetzung war die Notwendigkeit der „Bereinigung“ zugunsten des weiteren Karriereweges des Kommandanten des 2. motorisierten Bataillons Illia Emelyanov (Rufzeichen „Minor“). Diese Person genießt womöglich die persönliche Unterstützung durch den Führer der „DNR“ Alexander Zakharchenko.

Es ist bemerkenswert, dass vor kurzem Pelishenko und Emelyanov noch gemeinsame „Geschäfte“ gemacht haben. Es ging dabei um das Sammeln von Schrott in Industrieanlagen, dem illegalen Abbau und Verkauf von Kohle, die Erzeugung von fiktiven Schmier- und Kraftstoffen, usw.

Es ist gut möglich, das Kommandeur des Regimentes Anton Tarasov (Rufzeichen „Terrible“, Bürger der Russischen Föderation, Vorname und Name sind fiktiv – IS) von ihrer „Geschäftstätigkeit“ erfahren hat. Zu ihm gelangten auch Gerüchte, das Emelyanov den Drogenkonsum seiner Untergebenen sowie Alkoholmissbrauch vertuscht haben soll, sowie andere Schattengeschäfte der Führungsriege.

Um seine eigene Position vor dem Stab der „1. AK DNR“ zu verbessern, entschied sich „Terrible“ den zwielichtigen Pelishenko Gerüchte über die Ambitionen Emelyanovs auf den Posten des ersten Stellvertreters des Brigadekommandeurs streuen zu lassen.

Die wahren Hintergründe

Wenn wir etwas genauer hinschauen wird deutlich, das „Terrible“ einen Streit zwischen Pelishenko und Emelyanov entfachte, um die Einflussbereiche bei der Gewinnung und Verwertung von Schrott in den ehemaligen Industriebetrieben Donezks (genauer um die Ausrüstung des Schachtes „Oktober“) neu zu verteilen. Das ist sie, zynisch und offen, die Verteidigung der russischsprachigen Bevölkerung im Donbass. In dem sie die Bevölkerung von den nicht existierenden „Bindemittel“ und „NATO Neger“ befreien, befreie n die „Phantome“ die besetzten Gebiete des Donbass von den Überresten der ehemals leistungsfähigen Industrie.

Kommen wird zu unseren Helden zurück. Um den gegenseitigen Argwohn und das Misstrauen zwischen den Geschäftspartner zu vertiefen, teilte „Terrible“ Pelishenko in einem vertraulichen Gespräch mit, das der Initiator seiner Versetzung Emelyanov sein. Er selber würde nur die Anweisungen seiner Vorgesetzten umsetzen. Ob Pelishenko seinem „Kollegen“ aus Russland glaubte, wissen wir nicht.

Zu jener Zeit in der 100-ten Brigade der „DNR“ erwarteten alle die Genesung von Pelishenko. Und gleichzeitig bereiteten sie auf den nächsten Kommandeur vor. Und schon laufen „Anfragen“ zu Objekten im neuen Zuständigkeitsbereich, die sich für die persönliche Bereicherung eignen.

Das sind natürlich nur kleine Episoden, einzelne Elemente des Systems, in der sich die Führungsstrukturen der Milizen bewegen sowie zur Rolle ihrer russischen Söldner und „Phantome“ bewegen. Das sind alles Details eines Puzzles, aus welchen ein allgemeines Bild der Führungssysteme in den besetzten Gebieten entsteht.

 


Quellen

Autor Sektion „Delta“ der Gruppe „Informationeller Widerstand“
Textquelle sprotyv.info
Bildquelle sprotyv.info
Übersetzer Thomas Bergmann