Russische Propaganda leicht verständlich

In den vergangenen Tagen habe ich zahlreiche Artikel zu den Entwicklungen in Europa und Italien veröffentlicht und in den sozialen Medien verbreitet. Es geht in allen Artikeln um russische humanitäre Hilfe und die begleitende Propaganda. Wobei diese Darstellung grundlegend falsch ist. Es geht primär um Propaganda. Die sogenannte humanitäre Hilfe ist nur das begleitende Werkzeug.

Unter dem Beitrag „Wie Russland Italien aus der EU drängen will“ in den sozalen Netzwerken fand sich folgender Kommentar.

KritikArtikel

Es liegt nahe, dass der Verfasser dieser Zeilen ein Sympathisant Russlands oder gar ein Mitarbeiter seiner Geheimdienste ist. Aber das ist reine Spekulation. Das Vorgehen passt zu dem, was im Artikel „Coronavirus als neue Waffe Russlands im Informationskrieg gegen Europa“ beschrieben ist.

Was war passiert?

Italien kämpft seit Wochen gegen den sich immer schneller ausbreitenden Corona-Virus an. Im Norden Italiens ist die Lage zu dieser Zeit besonders ernst. In dieser Situation bietet die russische Regierung Italien Hilfe an. Wenig später landen russische Transportflugzeuge auf einem Militärflughafen in der Nähe von Rom. Beladen waren sie mit zahlreichen grünen schweren Militärfahrzeugen. Die russische Kolone rollte später medienwirksam über Italiens Straßen. Es stellte sich außerdem heraus, dass das gelieferte Material zur Eindämmung der Pandemie völlig ungeeignet sei.

Wenn Russland einfach nur konstruktiv und selbstlos hätte helfen wollen, hätte man nicht den wertvollen Frachtraum mit schweren Militärfahrzeugen gefüllt. Russland hätte genau so gut dringend benötigtes Material und medizinisches Personal schicken können.

Fahrzeuge aller Art sind in ausreichendem Umfang vorhanden. Es wird auch behauptet, dass in Italien Fahrzeuge entwickelt und produziert werden. Am Rande sei bemerkt, dass einige aktuelle Fahrzeug-Modelle aus russischer Produktion ihren Ursprung in Italien haben.

Eine endlose Diskussion

Wenden wir uns dem eingangs erwähnten Kommentar zu. In seinem einleitenden Satz diskreditiert er den Schöpfer des erwähnten Artikels. Wörtlich schreibt er dazu: „Was (für) ein erbärmlicher Artikel.“ Eine Methode, der man oft in Diskussion mit russischen Trollen begegnet.

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Der Verfasser behauptet weiter, dass sich die Europäische Union nicht um das Wohlergehen seiner Bürger kümmert. Er sagt dabei wörtlich: „Die Italiener merken sehr wohl, dass die EU nicht hilft …“.

Im Text dürfen die üblichen Diskreditierungen nicht fehlen. Er greift mich dann ein weiteres Mal persönlich an. Weiter unten behauptet er dann, dass in der Europäischen Union Gelder veruntreut werden.

In dem kurzen Beitrag geht es vorwiegend darum, die „humanitäre Hilfe“ der Russischen Föderation als die einzig wirksame Hilfe darzustellen. Auf der anderen Seite wird die EU als „unnützes Konstrukt“ dargestellt. Hier in meinen Augen Misstrauen gegenüber der Union und den einzelnen Regierungen geschürt.

Die Anmerkungen konnte ich natürlicherweise nicht unkommentiert stehen lassen. Dem Kritiker habe ich auf einige Ungereimtheiten des russischen Vorgehens hingewiesen.

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Lassen Sie die Antwort auf sich wirken. Der Kommentator stellt gezielt die russischen Fahrzeuge in den Vordergrund und nicht die eigentliche Hilfe.

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In dem Beitrag „Coronavirus als neue Waffe Russlands im Informationskrieg gegen Europa“ wird näher auf die Hintergründe eingegangen.