Russland und die Wirtschaft

Die weltweite Pandemie beeinflusst alle Bereich unseres Lebens. Die Weltwirtschaft ist nahezu zum Stillstand gekommen und steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Es geht eine elfjährige Wachstumsphase zu Ende. Eine Situation, der sich auch die russische Wirtschaft stellen muss.

Die Ölpreise befinden sich im freien Fall. Zur Zeit pendelt der Preis für ein Barrel Roh-Öl um die Marke von 25 US Dollar. Eine Situation, die für die russische Regierung sehr unvorteilhaft ist. Analysten erwarten sogar eine Repression. Das russische Finanzministerium sieht das naturgemäß anders.

Viele Länder haben mit der Pandemie zu kämpfen. Nicht wenige unter ihnen befinden sich in einem absoluten Stillstand. Das öffentliche Leben ruht, die Unternehmen arbeiten nicht mehr. Das führt weltweit zu einem Auseinanderbrechen der Lieferketten. Wie sich die Welt nach der Krise wieder zusammen findet, wird man abwarten müssen.

Ich gehe davon aus, dass viele Unternehmen die Gelegenheit nutzen werden, ihre Lieferantenbeziehungen zu hinterfragen. Das wird zu ganz neuen Konstellationen führen. Russland könnte so wichtige Partner verlieren. Eine weitere Verschärfung der wirtschaftlichen Lage wäre die Folge.

Wir wir wissen, ist die russische Regierung auf die Erlöse aus dem Verkauf von Gas und Öl angewiesen. Die Sanktionen der internationalen Gemeinschaft führen dazu, dass Russland am internationalen Kapitalmarkt nicht mehr so einfach Kredite aufnehmen kann. Wenn die Einnahmen wegbrechen, muss die Regierung zwangsläufig die Ausgaben reduzieren. Das russische Finanzministerium hatte zwar noch im Februar behauptete, dass der Haushalt „kriesensicher“ sei. Selbst ein Ölpreis von 30 Dollar könne ihm nichts anhaben. Der Leiter des Ministeriums Anton Siluanow sagte, dass man sogar vier Jahre lang alle Verbindlichkeiten bedienen könne.

Nicht ohne Grund engagiert sich Russland in Syrien. Das russische Militär und private Militärfirmen unterstützen die syrische Armee, die Lage im Land wieder unter Kontrolle zu bekommen. Es geht der russischen Regierung dabei um die Kontrolle der strategisch wichtigen Region und der Ölfelder. Die in der Region geförderte Menge ist nicht unwichtig für den weltweiten Ölmarkt. Auf diesem Weg kann der Kreml direkten Einfluss auf den Ölpreis, und damit auf die eigenen Einnahmen, nehmen.