Sanktionen und kein Ende

Die Europäische Union hat die Sanktionen gegen Russland erneut verlängert. Ein Vorgang der in den vergangenen Jahren zur traurigen Routine geworden ist. Die Sanktionen selber sind an die Rückgabe der Krim an die Ukraine geknüpft. Ein Schritt, den die Regierung in Moskau bisher kategorisch ablehnt.

Die russische Regierung baut die Krim immer weiter zu einer Basis für sein Militär im Schwarzen Meer aus. Manche Stimmen sprechen schon von einem riesigen Truppenübungsplatz. In diesen Planungen spielt die Zivilbevölkerung oder gar die Tataren keine Rolle.

Eine nicht unwesentliche Rolle spielt aber die neue Brücke, die man mit viel Aufwand über die Meerenge von Kertsch gebaut hat. Über diese Magistrale sollen Lastkraftwagen und Güterzüge mit Waren fahren. Die Regierung in Moskau verspricht sich von diesem umstrittenen Prestige-Projekt eine weitere Integration der Halbinsel ins russische Mutterland, eine bessere Versorgung sowie eine leichtere Verlegung seiner Truppen.

Auf der anderen Seite wird die Lage auf der Krim immer bedrohlicher. In normalen Jahren kann die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt werden. Das Wasser stammt zu einem großen Teil aus natürlichen Quellen oder angestauten Flüssen. In der trockenen Periode, die wir zur Zeit erleben, drohen diese aber zu versiegen.

Wie für Touristen gemacht

In jüngster Zeit fordern immer öfter lokale Politiker, dass die Ukraine die Wasserversorgung der Halbinsel sicherstellt. Ein absurder Zustand. Der Besatzer fordert vom Geschädigten, dass er doch bitte schön sein Diebesgut unterhält und versorgt. Aber genau so denken die russischen Besatzer.

Ja, wir müssen hier von einer Besetzung sprechen. Das viel zitierte Referendum aus dem Jahre 2014 widerspricht allen nationalen und internationalen Normen. Es ist nur in der russischen Gedankenwelt gerechtfertigt.

Unter den Bedingungen verlängern die europäischen Staaten ihre Sanktionen gegen die Russische Föderation. Wenn man sich diese Maßnahmen mal genauer anschaut, wird man feststellen, dass sie eher schwach sind. Wesentlich umfangreicher sind dagegen die Sanktionen der Russischen Föderationen gegen die Staaten der Europäischen Union, die ja bekanntlich die Unterschrift des russischen Präsidenten tragen. Diese Sanktionen sind letztendlich gegen das russische Volk gerichtet.

Aber so, wie sich die Dinge zur Zeit entwickeln, werden die Sanktionen auf eine sehr lange Sicht nicht aufgehoben werden.