Wer Hilfe braucht

Schon einige Male hatten wir das Thema der russischen Hilfe für andere Länder in Zeiten der Corona-Krise aufgegriffen. Und immer wieder stand die Frage im Vordergrund, wem diese Hilfe den vor allem nutzen soll. In jüngster Zeit stellt sich immer mehr heraus, dass die Corona Pandemie auch Russland voll im Griff hat.

Die sogenannten Spezial-Operationen des Kreml hatten ganz Europa im Visier. Durch medienwirksame Auftritte russischer Hilfslieferungen sollte Einfluss auf die lokale Bevölkerung und die überregionalen Regierungen gewonnen werden. Es sollten Bilder in den Köpfen der Menschen entstehen, denen sich niemand entziehen kann. Und zu guter Letzt kommt die allseits bekannte Lisa zum Einsatz.

Russland geht es letztendlich um die Aufgabe der Sanktionen. Ein Land, das selbstlos geholfen hat und nun selber von der Pandemie betroffen ist, kann sich optimal vor der unbedarften Bevölkerung als Opfer präsentieren. Es war vielen von vorne herein klar, dass die selbstlose Hilfe Russlands letztendlich ein „Trojanisches Pferd“ ist. Diese Spielchen der russischen Propaganda sind mittlerweile sehr leicht zu durchschauen.

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Die Corona-Pandemie breitet sich seit Anfang des Jahres unaufhaltsam über Europa aus. Die Regierungen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind damit beschäftigt, die vorhandenen Ressourcen so optimal wie möglich einzusetzen.

Aus Russland kommen zu dieser Zeit sehr weinige Informationen. Aufgrund der geographischen Lage und den engen Wirtschaftsbeziehungen zu China kann man davon ausgehen, dass schon ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Virus infiziert wurde. Aber nicht unbedingt in den politischen und wirtschaftlichen Zentren des Landes.

Man kann wohl davon ausgehen, dass sich die Entwicklungen in Russland und Weißrussland nicht wesentlichen voneinander unterscheiden. In beiden Ländern ist es seit langem üblich, die Weltöffentlichkeit nicht sehr detailliert über Ereignisse im Inneren des Landes zu informieren.

Bei all diesen Entwicklungen dürfen wir die Ereignisse in den Niederlanden, in Salisbury, in Katalonien, in Montenegro und neuerdings auch in Tschechien nicht aus den Augen verlieren. An all diesen Orten versuchte Russlands Fünfte Kolone Einfluss auf die Politik und die gesellschaftliche Entwicklung zu nehmen.

Unterm Strich darf man sagen, dass Russland seine Hilfe in Europa und Amerika verteilte, ohne auf Anforderungen im eigenen Land zu achten. Dabei war es oft wichtiger, möglichst viele Flugzeuge mit schwerer Fracht zu füllen, statt mit dringend benötigten Hilfsgütern. Es ist zum Beispiel nicht erforderlich, nach Italien oder in die Vereinigten Staaten von Amerika schwere Militär-Fahrzeuge zu schicken.

Letztendlich ist es aber eine Frage der Prioritäten der jeweiligen Akteure.