Wie Russland Italien aus der EU drängen will

Das militärische Engagement Russlands in Italien, welches sicherlich nicht der Rettung von Italiener dient, beginnt die ersten bösartigen Früchte zu tragen. Diese bösartigen Früchte, die pure Präsenz russischen Militärs sind nicht nur eine Bedrohung für Italien, sondern für die gesamte europäische Gesellschaft. Eine Veröffentlichung auf sprotyv.info.

Der militärpolitische Beobachter Alexander Kovalenko hat in seinem Artikel über die „Ferien der russischen Militär-Aufklärung in Italien“ versucht, die Ziele und Aufgaben der „Rettungs-Mission“ des russischen Verteidigungsministeriums – nicht des Gesundheitsministeriums – im fernen Italien so umfangreich wie möglich zu beschreiben. Ein wesentliches Ziel dieser Mission ist die Destabilisierung der Europäischen Union. Alle anderen Aufgaben, wie politischer Druck oder die Ablenkung von eigenen Problemen, einschließlich der Coronavirus-Epidemie in der Russischen Föderation, treten dabei in den Hintergrund. Genauer gesagt, man bereitet den Austritt Italiens aus der Europäischen Union vor. Dasselbe Szenario hatte schon in Großbritannien sehr gut funktioniert. Wie oben schon erwähnt wurde, zeigen sich die ersten bösartigen Früchte dieses Spiels.

Nicht ohne Grund umfasst das russische „Rettungsteam“ in Italien – das die epidemiologische Situation kaum verändern wird – weniger Ärzte, als Militär-Journalisten, Maskenbildner, Bühnenbeleuchtungsspezialisten. Viele Mitglieder der Mission haben nichts mit der Medizin zu tun. Dafür stehen einige in direktem Kontakt mit dem Nachrichtendienst und Special Forces.
Weniger als eine Woche nach dem Eintreffen des russischen Konvois kann man in den sozialen Medien bereits negative Berichte und Kommentare lesen. Es wird behauptete, dass die Europäische Union Italien in diesen schwierigen Zeiten nicht geholfen hätte. Man verschweigt dabei, dass viele europäische Ärzte Italien sofort geholfen haben. Die vorwiegend deutschen Ärzte sind nicht mit wehenden Fahnen und Marschmusik „Lore Lore Lore“ auf italienischen Straßen spazieren Gefahren. Und deshalb zählt es nicht!

In den sozialen Netzwerken werden Videos verbreitete, die russische Fahrzeug-Kolonen auf italienischen Straßen zeigen. Sie wurden von anderen Autofahrern aufgenommen. Die Ladung ist im Kampf gegen das Corona-Virus zu einem großen Teil unbrauchbar. Durch die Dreharbeiten erhält man aber gewünschte Aufmerksamkeit. Einige Bürger mit eher fragwürdigem Auftreten ersetzen vor laufender Kamera die Fahne der Europäischen Union durch die russische Trikolore. Und all diese Videos erhalten eine unglaubliche Verbreitung und Aufmerksamkeit. Sie werden im russisch-sprachigem Teil des Internets oft angeschaut, kommentiert und mit Like’s bewertet.

Zur gleichen Zeit entstehen in den sozialen Netzwerken, wie zum Beispiel Telegramm, neue Gruppe, die den Zusammenbruch Italiens und anderer EU-Staaten mit sozial explosiven Regionen propagieren. So zum Beispiel die „Katalanische Quarantäne“, die die hoffnungslose und bedauerliche Situation Spaniens vor dem Hintergrund der „Gleichgültigkeit“ der EU beschreibt.

In einem seiner Artikel hat der militärpolitische Beobachter Alexander Kovalenko darauf hingewiesen, dass die europäischen Geheimdienste bedenken sollten, dass diese militärischen „Retter“ aus Russland Spezialisten für „hybride Kriegsführung“ sind. Zusammen mit den lokalen Anhängern kann man seine Anhänger aktivieren, zu denen Spezialisten des Informationskrieges und der psychologischen Kriegsführung gehören. Unter Berücksichtigung des derzeitigen moralischen und psychischen Zustandes der Italiener, den Eindrücken der gegenwärtigen Tragödie, ist es recht einfach, die Gesellschaft zu sprengen. Und dieser Prozess hat offensichtlich schon begonnen.

Russlands Ziel ist die maximale Diskreditierung der Europäischen Union in den Medien und sozialen Netzwerken. Man beabsichtigt der EU ein, oder zwei, Staaten zu entreißen. Unter dem Deckmantel des Themas „Corona-Virus“ wird der Kreml versuchen, Europa mit Hilfe Italiens und Spaniens zu destabilisieren. Entweder in dem man einen neuen #EXIT arrangiert. Die Bildung der bewährten Volksrepubliken in Katalonien, Bergamo, oder der Lombardei sind mögliche Optionen.

Die russischen Militärangehörigen werden Italien früher oder später wieder verlassen. Aber das bedeutet nicht, dass das Land in Sicherheit ist. Die italienischen Geheimdienste müssen nach dem Abzug der russischen Truppen nicht nur auf diejenigen achten, die im Parlament zum Eindringen ins Herz der EU beigetragen haben. Sondern auch auf jene, mit denen die Delegation in Kontakt stand.

Man kann davon ausgehen, dass die „Retter“ neben der Aufklärung auch eine mehr als gründliche Rekrutierung durchführten. Darüber hinaus bemerken die Angeworbenen oft selber nicht, dass sie intensiv psychologisch bearbeitet wurden. Letztendlich ist es ohne die Bewohner eines Landes nicht möglich, dies zu destabilisieren – wenn man ausschließlich die Medien nutzt. Katalonien ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel. Und je mehr angeworbene und überzeugte Anhänger Russland aktivieren kann, desto leichter kann man die Regionen destabilisieren und zerstören.

Militärpolitischer Beobachter Alexander Kovalenko

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:

  • In dem Artikel „Das Orakel der russischen Hilfe“ werden die Hintergründe zur russischen Hilfe in Italien näher beleuchtet. Der Blick wird nicht nur auf das Offensichtliche gelenkt, sondern auch auf die Themen dahinter.
  • In dem Artikel „Russische Propaganda leicht verständlich“ greife ich die Methoden der russischen Medien und ihrere lokalen Vertreter auf.